Konsignations-/Aussenlager

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Konsignations-/Aussenlager

Mit dem Konsignationslager bietet Majesty ein Pflegeprogramm mit Lagerliste für die Artikel die in einem Außenlager, beispielsweise für Vertreter gelagert werden. Dieses Lagerprogramm ist jedoch unabhängig von Ihrem eigentlichen Lager, deswegen erscheinen die Bestandsdaten teilweise nicht bei den unterschiedlichen Auskunftsprogrammen der Lagerbestände.

 

ACHTUNG:  Das Programm unter dem Menüpunkt "Anwendungen" + "Lager" + "Konsignationslager" ist historisch bedingt und sollte nicht  verwendet werden. Auch die Liste, die Sie hier drucken können, ist historisch bedingt und folglich, mit der neuen Konsi-Logik, nicht mehr vollständig.

 

 

Wenn bereits Artikel in ihrem Konsignationslager liegen und diese im System noch hinterlegt werden müssen gibt es zwei Arten dies vorzunehmen:

- Sie legen die verdeckten Lagerplätze manuell in der Lagerplatzdatei unter "Anwendungen" + "Lager" + "Lagerplätze" an, z.B. K4711 als verdeckten Lagerplatz, und über "Anwendungen" + "Lager" + "Bewegungen buchen" werden die einzelnen Artikel manuell auf diesen Lagerplatz zugebucht. Lesen Sie hierzu bitte das Hilfethema "Lager" + "Bewegungen buchen"!

- Oder, besser, es werden für die einzelnen Artikel im System Konsignations-Lieferscheine pro Kunde abgelegt.

 

Vorgehensweise zur Erstellung eines Konsignationslieferung:

 

Bei Bedarf erfassen Sie einen Auftrag an den Kunden. Als Auftragsart markieren Sie "Konsignationslager". Daraufhin erhalten Sie eine Abfrage, ob neue Textbausteine eingelesen werden sollen. Im Vor-/Endtext der Auftragsbestätigung werden hier evtl. andere Texte als im Standard hinterlegt.

Die Erfassung der einzelnen Positionen ist identisch wie bei der normalen Auftragserfassung. Es passiert hier lagertechnisch noch nichts anderes, als bei normalen Aufträgen, d.h. die einzelnen Artikel werden bei Erfassung als reservierte Bestände in der Lagerdatei vermerkt.

 

Als nächster Schritt wird eine Lieferung an den Kunden erstellt.

Liegt kein Auftrag vor erfassen Sie den Kopf der Lieferung sowie die einzelnen Positionen manuell.

Liegt bereits ein Auftrag im System vor, so können Sie direkt über die Angabe der Auftragsnummer die Positionen übernehmen oder den entsprechenden Auftrag über <F12> oder die Lupenfunktion einlesen. Die Sicherheitsabfrage "Gewählten Auftrag zur Lieferung übernehmen" bestätigen Sie mit "Ja" oder "Nein". Sie werden nochmal darauf hingewiesen, dass eine Lieferung ans Konsignationslager durchgeführt wird und können über die Abfrage "Soll der Rechnungsdruck (vorerst) verhindert werden?" entscheiden, ob das Feld "Ausdruck erst später" aktiviert werden soll. Ist das Häkchen gesetzt wird der Druck dieser Rechnung bei einem Rechnungsstapeldruck unterdrückt. Über die Abfrage "Alle Auftragspositionen mit ihrem Rückstand übernehmen" können Sie über den Button "Ja" alles sofort übernehmen; oder Sie bestätigen mit "Nein" und übernehmen die gewünschten Positionen über das Kontextmenü der Positionserfassung.

 

Die Funktion "Kunde tauschen" funktioniert auch für Konsignations-Lieferungen. Das Konsilager wird hierbei auf die neue Kundennummer umgebucht!

 

Bei der Erfassung einer Konsi-Lieferung passiert folgendes:

- das eigene Lager wird abgebucht und

- im Gegenzug wird auf das verdeckte Konsilager (z.B. Platz K4711) zugebucht.

Wenn Sie eine Konsi-Lieferung oder eine einzelne Position mit <F4> löschen findet exakt die umgekehrte Buchung statt, d. h. das eigene Lager wird wieder zugebucht und das Konsilager abgebucht.

 

Berechnung einer Konsignationslieferung:

Soll eine Konsignationslager-Lieferung berechnet werden stehen Ihnen zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

- Sie entfernen das Häkchen im Lieferungskopf "Ausdruck erst später" und drucken anschließend die Rechnung aus. Diese Vorgehensweise ist allerdings kritisch, da der Bestand auf dem Konsignationslager dadurch nicht aufgehoben wird.

Es wird dringend davon abgeraten!

- Oder BESSER Sie erstellen einen neuen normalen Lieferschein und übernehmen die Positionen aus dem Konsilieferschein.

 

Üblicherweise werden Konsiläger als verdeckte Läger geführt. Will man bestimmte Konsiläger als nicht-verdeckt führen, so genügt es, das Konsilager in der Lagerplatztabelle anzulegen (z.B. K12345) und dort das Häkchen bei "verdeckt" nicht zu setzen. Diese Änderung wirkt sich nur für neue Buchungen aus, nicht rückwirkend.

 

 

Erstellung einer normalen Lieferung aus einer Konsi-Lieferung:

 

Es stehen zwei Methoden zur Verfügung:

A. Der Lieferschein soll komplett berechnet werden:

Öffnen Sie die Erfassung Lieferung, vom System wird Ihnen eine neue Lieferungsnummer vorgegeben. Über das Kontextmenü "Extras" im Lieferungskopf wählen Sie den Punkt "Lieferung aus Konsi-Lieferung erstellen" an. In der Maske "Suche nach beliebigem Dateifeld" geben Sie den Ausdruck ein (z.B. die Lieferungsnummer oder auch den Kundensuchbegriff), das Dateifeld müssen Sie je nach Eingabe auswählen. In einer Tabelle werden die Konsi-Lieferungen angezeigt und der entsprechende Satz wird über die Pfeiltasten angewählt und mit <Enter> übernommen. Wird die Abfrage "Alle Positionen übernehmen" mit "Ja" beantwortet, so übernimmt das System alle Positionen mit den eingegebenen Mengen und der Konsi-Lieferschein wird gelöscht.

Sie erhalten eine Meldung, dass der Konsilieferschein X in einen normalen Lieferschein Y umgewandelt wurde. Hierbei findet auch eine Lagerabbuchung des Konsilagers statt.

 

B. Abrechnung einzelner Positionen aus einem oder mehreren Konsignations-Lieferungen:

Zunächst legen Sie bitte einen neuen, normalen Lieferscheinkopf für den Kunden XY an. In der Positionserfassung über das Kontextmenü "Extras" können dann die Positionen quasi vom Konsi-Lieferschein auf einen normalen Lieferschein umgebucht werden. Das Konsilager wird abgebucht. Bei der Übernahme einer Position aus einem Konsi-Lieferschein in einen normalen Lieferschein bleibt die Konsi-Lieferschein-Position mit der Restmenge, die noch am Konsilager liegt, bestehen. Wird alles umgebucht, bleibt die Position mit Menge Null zur Erinnerung in der Konsi-Lieferschein-Position stehen.

WICHTIG:

Wurde aus einem Konsi-Lieferschein eine Position in einen normalen Lieferschein übernommen/umgebucht und wird dieser normale Lieferschein danach mengenmäßig geändert oder gelöscht, so muss der ursprüngliche Konsi-Lieferschein manuell wieder hochgesetzt werden. Sobald ein normaler Lieferschein aus einem Konsi-Lieferschein erstellt wurde verändert dieser das Konsilager nicht mehr, wenn dieser nachträglich geändert wird!

 

 

Sollte sich in einer Konsignationslieferung eine Position befinden, die sofort berechnet werden soll, kann direkt in der entsprechenden Lieferungsposition (erste Seite rechts unten) der Button "Übernahme neuer LS" geklickt werden. Es wird daraufhin automatisch ein neuer Lieferschein erzeugt und die Position umgebucht.

 

 

Eine Konsignations-Lagerbestandsliste können Sie über "Anwendungen" + "Lager" + "Berichte" + "Lagerbestandsliste aktuell" drucken. Hierfür geben Sie am besten den Lagerplatz an, z.B. K4711, wobei 4711 die Kundennummer darstellt. Oder Sie verwenden die Liste nicht-fakturierter Lieferungen unter "Anwendungen" + "Fakturierung" + "Berichte" + "Nicht-fakturierte Lieferungen" und wählen hier "nur unfakturierte Konsi-Lieferungen" drucken.

Wenn aus dem Konsignationslager zurück auf das interne Lager gebucht werden soll, muss die entsprechende Position aus der Lieferung mit <F4> gelöscht werden.

 

 

Besonderheiten in der Konsignationslagerlogik für Leih-Sets:

 

Bekommt eine Klinik z.B. ein Leihset geliefert, entnimmt den ein oder anderen Artikel für eine Operation und sendet das unvollständige Set zurück, so gibt es hierfür nun einen optimierten Ablauf.

Voraussetzung ist, dass das Set sowohl als Handels- wie auch als Produktionsstückliste angelegt ist, wobei der Set-Hauptartikel typischerweise ohne Lager geführt wird.

 

A. Das Programm "Stücklistenabbuchung/Montage" wird verwendet, um Setpositionen vom regulären Lager auf ein internes Leihsetlager umzubuchen. Per Firmenparameter LEIHSET01 kann eingestellt werden, dass die Stücklistenkomponenten zwar vom Lager abgebucht werden, aber keine Lagerzubuchung des Hauptartikels erfolgt. Außerdem erfolgt mit der Abbuchung der

Stücklistenkomponenten eine gleichzeitige Zubuchung auf einen verdeckten Lagerplatz, z.B. LEIH.

Das hat den Vorteil, dass dieses Set nun auf einem Lagerplatz liegt, der für andere Aufträge nicht verwendet werden kann, sondern nur für Leih-Sets-Konsignationslieferungen.

 

B. Wird ein Konsignationsauftrag für ein Leihset angelegt, macht es Sinn die Voreinstellung so zu wählen, dass ausschließlich vom Lagerplatz LEIH bereitgestellt bzw. geliefert werden darf. Der Firmenparameter LEIHSET02 dient der Vorbelegung des MUSS-Lagerplatzes für die Auftragspositionen eines Konsignationsauftrags. Bei der Erfassung des Auftrags und Anklicken der

Auftragsart "Konsignationslager" wird nach dem Muss-Lagerplatz abgefragt und z.B. LEIH vorbelegt.

Der Firmenparameter VERDLAGB muss so eingestellt werden, dass eine Bereitstellung von diesem Lagerplatz erlaubt ist, obwohl es sich um ein verdecktes Lager handelt.

 

C. Wird ein Konsi-Leihauftrag in eine Lieferung umgewandelt, so wird der Lagerbestand auf dem internen Lagerplatz LEIH abgebucht und im Gegenzug der Bestand auf dem (verdeckten) Kunden-Konsilagerplatz erhöht.

 

D. Kommen nun unvollständige Sets vom Kunden zurück, da z.B. ein Artikel aus dem Set für eine Operation benötigt wurde, wird das Programm "Rücksendung von Mustern" verwendet. Der Firmenparameter MUSTRUE1 kann so eingestellt werden, dass dieses Programm auch für Rücksendungen aus Konsignation verwendet werden kann. Eine Rücksendung bewirkt dann das Abtragen des Konsilagers und Zubuchen des eigenen Lagers, typischerweise wieder auf den verdeckten Lagerplatz LEIH.

 

E. Damit dieses unvollständige Set nun komplettiert wird, kann automatisch ein Bestückungs-Betriebsauftrag generiert werden. Der Firmenparameter MUSTRUE2 steuert, ob diese Automatik im Programm "Rücksendung von Mustern" aktiviert werden soll. Falls JA, wird für den Set-Hauptartikel ein Betriebsauftrag erzeugt und die Produktionsstückliste sowie der Stamm-Arbeitsplan eingelesen, allerdings hat dieser Betriebsauftrag den Status "keine Lagerbuchungen", d.h. weder die Stückliste wird vom Lager abgebucht noch wird das bestückte Set ans Lager gebucht. Dieser Betriebsauftrag wird lediglich verwendet, um ein Fertigungspapier zu erzeugen und per BDE Zeiten erfassen zu können. Er muss wie gewohnt fertiggemeldet werden. Die eigentlichen Lagerabbuchungen für die fehlenden verwendeten Komponenten werden manuell durchgeführt.

 

F. Der Klinik wird eine Rechnung gestellt über die nicht zurückgesendeten, bei der Operation verbrauchten Set-Komponenten. Der Firmenparameter KONSILAG5 so eingestellt werden, dass beim Rechnungsdruck die Lieferungspositionen mit Menge Null (das sind die zurückgekommenen Positionen) unterdrückt werden. Wichtig ist, dass der Parameter KONSILAG3 gesetzt ist, damit ein

Konsi-Lieferschein auch direkt abgerechnet werden kann.

Wird für einen Konsilieferschein eine Rechnung gedruckt, so wird das Konsilager üblicherweise abgebucht. Per Firmenparameter KONSILAG4 kann dieses Verhalten nun auch abgeschaltet werden.

 

 

 

Siehe auch: Lager-/Materialwirtschaft, Lagerplätze verwalten (feste Plätze), Chaotisches Lager (Lagerplatzverwaltung),

 

 

12/2006