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<< Click to Display Table of Contents >> Navigation: Index > Fallbeispiel 2: Produktionsbetrieb |
Bei Fertigungsbetrieben ist in jedem Fall auch Fallbeispiel1 zutreffend, jedoch kann an Stelle von dem Zukauf von Handelsware hier eben die Eigenproduktion treten. Da sich die Produktionsplanungs- und -steuerungs-Module von Majesty auf verschiedene Teilmodule aufteilen, soll auch dieses Fallbeispiel zunächst auf die einzelnen Bereiche/Ausbaustufen eingehen.
Modul PPS I
1. Stücklisten
Stücklisten weisen aus, welche Rohware und Baugruppen für einen Artikel benötigt werden. Das bedeutet, dass Rohware und Halbfertigteile im Artikelstamm aufgenommen und mit einem eigenen Charakterzeichen versehen werden. Die Vergabe unterschiedlicher Charakterzeichen ist nötig, damit die fertigen Artikel in Preis- und Artikellisten (z.B. für Kunden) erscheinen und nicht die Rohware. (Hinterlegung der Charakterzeichen in Menü "Stamm" + "Artikel" + "Charaktergruppen"). Die Produktionsstückliste ist aufgebaut wie eine Handelsstückliste, nur dass eine Handelsstückliste (Set) aus fertigen Artikeln besteht und die Produktionsstückliste aus Halbfertigteilen und Rohware. Die Stücklistenerfassung für einen bestimmten Artikel erreicht man über den Artikelstamm, Kontext-Menü + "Produktionsstückliste". Die Maske der Stückliste ist wie eine Positions-Erfassungsmaske aufgebaut, in der die einzelnen Rohwaren und Halbfertigteile aufgelistet werden. Diese entnimmt das System dem Artikelstamm. In der ausgedruckten Liste erscheint eine Übersicht über:
Stücklistennummer (entspricht der Artikelnummer des Fertigteils), Positionsnummer, Artikelnummer und -bezeichnung und die Menge der benötigten Teile.
2. Teileverwendungsnachweis
Dieses Programm dient der Ermittlung von Stücklisten in denen ein bestimmtes Teil enthalten ist. Mit diesem Nachweis ist es möglich, wenn sich irgend ein Baugruppenteil verändert hat, herauszufinden in welchen Stücklisten sich dieses Teil befindet und geändert werden muss. Es wird eine Liste ausgedruckt, deren Selektion von Teil/Baugruppe-Nr. bis Teil/Baugruppe-Nr. geht. Die Liste besteht aus einer Übersicht über Teile-Nr.(Rohware- bzw. Halbfertigteil-Nummer) - Stücklisten-Nr. (Fertigteil-Artikelnummer) - Bezeichnung und Menge. Man erreicht dieses Programm über "Produktion" + "Berichte" + "Teileverwendungsnachweis".
3. Arbeitsplanerfassung
Zunächst müssen sämtliche Tabellen im Menü "Stamm" + "Fertigung" hinterlegt werden:
* Kostenstellen - Hinterlegung der Maschinen- und Stundensätze für die Kalkulation
* Lohngruppen - Hinterlegung der Minutenfaktoren für einzelne Personengruppen (Fertigungslöhne)
* Personalstamm - für Zeiterfassung und Wareneingang wichtig
* Werkzeuge - Welche Werkzeuge werden benötigt, Lagerplatz, Verwendung
* Arbeitsgänge (Produktion) - z.B. Schleifen, Polieren - Rüstzeit, Stückzeit, Werkzeug usw. (reine Textbausteine für Arbeitsplan).
* Prüfanweisungen - Hinterlegung von Prüfanweisungs-Textbausteinen für Wareneingangsprüfpläne oder/und Betriebsauftrags-Endprüfungs-Prüfpläne.
Danach kann man über den Artikelstamm - Kontext-Menü + "Arbeitspläne" den eigentlichen Arbeitsplan und/oder den Prüfplan für das entsprechende Fertigteil bzw. die Baugruppe hinterlegen. Hier gibt man der Reihenfolge nach an, welche Arbeitsgänge (Produktion) gefertigt werden. Außerdem können hier auch Rüstzeiten, Kostenstellen und Stundensätze angegeben werden. Falls einer oder mehrere Arbeitsgänge (Produktion) außer Haus gefertigt werden, kann man auf Seite [2/2] der Arbeitsplan-Positionserfassung Außer-Haus-Lieferanten zuordnen ("verlängerte Werkbank").
4. Prüfplanerfassung
Für jedes Fertigteil kann ein Prüfplan hinterlegt werden, in dem die Prüfanweisung und die Messgeräte/Prüfmittel pro Position und der Arbeitsplanbezug aufgeführt werden. Der verantwortliche Mitarbeiter unterschreibt den Prüfplan und füllt handschriftlich aus, ob die Prüfung abgeschlossen ist oder ob es noch Beanstandungen gibt. Auch den Prüfplan erreicht man über den Artikelstamm, Kontext-Menü + "Prüfplan". Einen Prüfplan erstellt man am besten nur für den Wareneingang oder die Betriebsauftrags-Endprüfung. Die Arbeitsprüfungen erfasst man sinnvoller in der Arbeitsplanerfassung mit.
5. Arbeitsgangverwendungsnachweis
Dieses Programm dient der Ermittlung von Arbeitsplänen in denen ein Arbeitsgang X enthalten ist. Außerdem können hiermit zu einem Außer-Haus-Lieferant alle betroffenen Artikel mit Preisen gedruckt werden. Die Liste bringt eine Übersicht über Arbeitsgang, Artikelnummer Fertigteil, Bezeichnung, Lieferant, Preis.
6. Haupt/Gesamtprotokoll
Das Haupt/Gesamtprotokoll erreicht man über das Menü "Produktion" + "Berichte". Der Ausdruck eines Fertigungsprotokolls für die Dokumentation der Betriebsaufträge ist eine Art "Pseudolaufkarte". Dieser Ausdruck ist als vorläufiger Ersatz für die Laufkarte des Fertigungsmoduls PPS2 gedacht. Es enthält einen Arbeitsplan in dem man handschriftlich die Stückzahl, Datum und Unterschrift einträgt. Die Positionsnummer und der Arbeitsgang als solches ist beschrieben. Außerdem kann man die Lieferungen an die Kunden handschriftlich eintragen.
Das Grundmodul PPS I ist Voraussetzung für die Aufbaumodule PPS II und PPS III !
Modul PPS II
1. Stücklistendruck
Zunächst muss überprüft werden, wie der Parameter "AUFLOESUNG" gesetzt ist. Dieser Parameter steuert, ob bei Betriebsauftragserfassung nur eine Stücklistenstufe oder die gesamte Stücklistenstruktur aufgelöst wird. Numerischer Wert 0 bedeutet, dass Baugruppen-Betriebsaufträge manuell erfasst werden müssen, numerischer Wert 1 bedeutet, dass bei jeder Zwischenebene die Lagerbestandssituation abgeprüft und automatisch weiter aufgelöst wird, wenn der Lagerbestand nicht ausreicht. Es werden automatisch Baugruppen-Betriebsaufträge erzeugt, deren Losgröße anschließend immer noch manuell verändert werden kann.
Die Stückliste selbst wird über das Menü "Produktion" + "Berichte" + "Stückliste drucken" ausgedruckt. In der Druckmaske wird zunächst die Artikelnummer des herzustellenden Fertigteils eingegeben und danach gibt es wiederum verschiedene Selektionsmöglichkeiten:
Baukastenstückliste: Nur eine Ebene unter dem Fertigteil
Strukturstückliste: Alle Ebenen aus denen ein Fertigteil zusammengesetzt ist
Materialstückliste: Nur unterste Ebene eines Fertigteiles.
Normalerweise wird man eine Strukturstückliste in Verbindung mit den Lagerbestandsdaten ausdrucken. Auch hier hat man die Möglichkeit in der Stücklistendruckmaske zu selektieren. Zum einen kann man zu dem zu fertigenden Artikel sämtliche Lagerdaten ausdrucken lassen oder nur die Artikel mit Lagerunterdeckung. Normalerweise wird man aber für die AV alle Lagerdaten ausdrucken, da besser koordiniert werden kann und die Übersicht wie viele Teile einer Ebene von welcher Charge abgezogen werden können. Das ist auch wichtig, weil zwei verschiedene Chargen eines Baukastenteils nicht für ein und dasselbe Fertigteil verwendet werden dürfen, da die Rückverfolgung dann nicht mehr gewährleistet ist.
2. Betriebsauftragserfassung
Die Betriebsauftragsnummer wird (falls Parameter AUTO-BET gesetzt) automatisch vergeben. Das Datum wird manuell eingegeben. Die Schaltfläche "Nächste 100er-Nummer" wird gewählt, wenn für ein Fertigteil auch noch mehrere Bauteile gefertigt werden müssen, damit man in der Übersicht sieht, welche Teile zusammengehören. Da die Betriebsaufträge nacheinander erfasst werden bekommt z.B. Das Fertigteil die BA-Nummer 500600, das erste Baugruppenteil, das dazu gefertigt werden muss die BA-Nummer 500601 usw. Wird ein neuer BA für ein anderes Fertigteil erfasst, kann wieder diese Schaltfläche gewählt werden, dann geht es weiter mit der BA-Nummer 500700, 500701 usw.
Die Felder für die Kommission auszufüllen ist nur dann sinnvoll, wenn man auftragsbezogen fertigt. Bei Serienfertigung/Lagerfertigung kann man diese Felder leer lassen. Man gibt dann nur die Artikelnummer des zu fertigenden Teiles ein.
Der Produktionstext des zu fertigenden Teiles wird im Feld "interne Bemerkungen" im Artikelstamm hinterlegt. Dieser Text wird mit der Laufkarte ausgedruckt. Das Bemerkungsfeld in der Betriebsauftrags-Erfassungsmaske hingegen ist ein Feld, das nur für Kommentare geeignet ist. Es erscheint auf keinem Papier. Zur Information kann per Kontext-Menü die Stückliste mit Lager angezeigt werden.
Betriebsauftrag speichern mit <F2>:
Wenn man einen Betriebsauftrag nur speichert ohne ihn eingelastet zu haben, bedeutet das, der geplante Zugang ist vorgemerkt, ohne jedoch das Material zu reservieren. Dies ist normalerweise nicht sinnvoll, außer es sind noch nicht alle Daten bzw. Positionen des BA bekannt, bei Varianten oder Sonderanfertigungen. Der Betriebsauftrag kann jederzeit noch abgeändert werden.
Betriebsauftrag einlasten Schaltfläche "Auftragsfreigabe/Betriebsauftrag einlasten"
Wird der Betriebsauftrag eingelastet, bedeutet das die Freigabe für die Produktion. Das Fertigteil wird als geplanter Zugang im Lager verbucht, die Stücklistenteile werden als geplanter Abgang (Reservierung) im Lager verbucht. Das heißt, dass sich weder der Artikel, noch die Stückzahl in der Betriebsauftragsmaske, das Lager oder die Stückliste bzw. der Arbeitsplan nachträglich ändern lassen. Die Fertigungspapiere werden zum Druck freigegeben. Im Statusfeld unter der Schaltfläche "Nächste 100er Nummer" kann man ablesen ob der Betriebsauftrag nur gespeichert ("nicht eingelastet") oder freigegeben ist ("eingelastet"). Außerdem werden sämtliche Teilrückmeldungsschritte und die Fertigmeldung in diesem Feld ausgewiesen.
3. Parametereinstellungen
Es gibt diverse Firmenparametereinstellungen, die vorab eingestellt werden können bzw. sollten.
CHARGEBET1 gesetzt bedeutet, dass die Chargennummer der Stücklistenposition (z.B. geplanter Abgang der Rohware) bei Betriebsauftragserfassung manchmal schon bekannt sein kann.
CHARGEBET2 gesetzt heißt, dass die Chargennummer des Fertigteils bei der Betriebsauftragserfassung schon bekannt sein kann oder festgelegt werden soll (geplanter Zugang, normalerweise nicht gesetzt).
CHARGENVOR steuert den Chargennummernvorschlag bei Wareneingang einer Bestellung (Charge = Wareneingangsnr.) bzw. bei Fertigmeldung eines Betriebsauftrages (Charge = Betriebsauftragsnr.). Eingabe in Feld "Numerischer Wert1".
Wert1 = 0 = manuelle Eingabe ohne Vorschlag
Wert1 = 1 = Vorschlag der Chargennr. mit Bestätigung und Änderungsmöglichkeit
Wert1 = 2 = Chargennummer ohne Bestätigung und Änderungsmöglichkeit vorschlagen
MELDBEREI2 Wenn der Parameter gesetzt ist, wird nach Buchung einer Betriebsauftragsrückmeldung (Fertigmeldung) automatisch die Ware für den zugeordneten Kundenauftrag bereitgestellt bzw. es wird auf andere offene Kundenaufträge zugeteilt. Diesen Parameter im Normalfall in Verbindung mit dem Parameter BEREITGEST verwenden!
Der Parameter AUFLOESUNG steuert, ob bei Betriebsauftragserfassung nur eine Stücklistenstufe oder die komplette Stücklistenstruktur aufgelöst wird. Die Eingabe erfolgt im numerischen Wert und bedeutet 0 = nur eine Ebene auflösen, Baugruppen-Betriebsaufträge müssen manuell als Betriebsauftrag erfasst werden. 1 = Bei jeder Zwischenebene die Lagerbestandssituation abprüfen und automatisch weiter auflösen, wenn der Lagerbestand nicht ausreicht. Es werden automatisch Baugruppen-Betriebsaufträge erzeugt. Deren Losgröße kann anschließend manuell geändert werden.
4. Teilrückmeldung/Fertigmeldung
Bei der Fertigmeldung bzw. Teilrückmeldung eines Betriebsauftrages (über Menü "Produktion" + "Fertigmeldung") wird die Betriebsauftragsnummer eingegeben und die Stückzahl des produzierten Fertigteils. Wird die Fertigmeldung verbucht, öffnet sich ein neues Fenster, wo das Programm die neue Charge wissen möchten (nur wenn Firmenparameter CHARGEBET2 nicht gesetzt ist). Außerdem kann hier eventuell schon eine Signierung im Feld "Markierung" hinterlegt werden (z.B. ein Datumscode). Danach geht ein neues Fenster auf, wo die Stücklisten-Istmengen tabellarisch eingegeben werden können. Wird diese Tabelle mit <ENTER> verlassen ist die jeweilige Istmenge gespeichert. Die Lagerdaten sind nun in einem kleinen grauen Fenster rechts oben ablesbar, bevor sich das Fenster mit der Warenbegleitschein-Druckmaske öffnet. Es ist nur sinnvoll einen Warenbegleitschein zu drucken wenn z.B. ein Halbfertigteil eine Zeitlang gelagert wird und natürlich, wenn ein Fertigteil fertiggemeldet wurde. Ansonsten ignoriert man den Warenbegleitschein durch die Schaltfläche "Exit".
Modul PPS III
1. Lohnscheindruck
Lohnscheine sind kleine Scheine in Lochkartengröße. Pro Arbeitsgang einer Laufkarte wird ein Lohnschein gedruckt, sofern im Arbeitsplan das Kennzeichen "LS" angekreuzt ist. Auf dem Lohnschein stehen der durchzuführende Arbeitsgang (Beschreibung), die Kostenstelle (Maschine) und die Vorgabezeiten. Lohnscheine werden per Betriebsauftrags-Druckprogramm ausgedruckt. Das Feld für Lohnscheine muss auf der Stapeldruckmaske für Fertigungspapiere angekreuzt sein.
2. Zeiterfassung manuell, Barcode und BDE-Datenübernahme
Bei der Ist-Zeiterfassung gibt es 3 Möglichkeiten. In der manuellen Zeiterfassung über Menü "Zeiterfassung" + "Manuelle Zeiterfassung" erscheint eine Maske für die Ist-Zeiterfassung. Hier wird zunächst die Personalnummer des Arbeiters eingegeben, der den Arbeitsgang ausgeführt hat (Auswahl über <F12>). Danach wird im nächsten Feld die Nummer des zurückzumeldenden Betriebsauftrags eingegeben, dann die Arbeitsgang-Nr. (über <F12>), die GUT-Menge und die Uhrzeiten. Zum Vergleich wird die Sollzeit, die im Arbeitsplan hinterlegt ist rechts unten in der Maske angezeigt. Das Ganze kann auch mit einem Barcode-Stift abgelesen werden. Im Prinzip ist es dasselbe Programm wie die manuelle Zeiterfassung, nur dass die Personal- und Betriebsauftragsdaten vom Barcode-Lesestift direkt ohne <<ENTER>>-Eingabe eingelesen werden. Die Zeiten werden auch hier manuell eingegeben. Die dritte Möglichkeit wäre die Zeiterfassung mit BDE-Terminals über das Menü "Zeiterfassung" + "Übernahme BDE-Daten". Hier werden die Daten des BDE-Terminals abgerufen. Ist ein BDE-Terminal vorhanden, ist keine manuelle Zeiteingabe mehr erforderlich. Es lässt sich per Tabelle auch sofort überprüfen wer, wie lange, wann, welchen Arbeitsgang zu welchem Betriebsauftrag fertiggemeldet hat.
Links: Fertigungspapiere-Stapeldruck, Seriennummernverwaltung, Teileverwendungsnachweis, Haupt-/Gesamtprotokoll, Arbeitsgangverwendungsnachweis, Betriebsaufträge fertigmelden, Zeiterfassung bzw. Buchung In-Prozess-Prüfung (manuell), Arbeitspläne,